Oktober 16, 2016 Kate 4Comment

Wer dem oft spät eintreffenden, eher lauen Sommer in Deutschland entfliehen möchte und von Sonne, Meer und mediterranem Flair träumt, dem kann ich einen Urlaub an der Südküste Frankreichs nur empfehlen! 7 Tage lang reiste ich durch die Camargue in der Provence und erzähle euch von meinen persönlichen Highlights – vielleicht für euren nächsten Sommertrip!

Die Camargue ist aus vielen Gründen besonders und absolut sehenswert. Weite Naturschutzgebiete beheimaten dort wildlebende weiße Pferde, große Stierherden und Flamingos. Duftende Lavendelfelder leuchten im Hochsommer. Verwinkelte, alte Städte laden zum Entdecken ein. Während der Woche, die ich dort war, konnte ich vor allem eins: zur Ruhe kommen. Wer wünscht sich das nicht? Einfach mal raus aus dem Alltag, alle Sorgen und Gedanken hinter sich lassen und zu sich finden. Selten habe ich einen Ort entdeckt, der dafür noch besser geeignet sein könnte.

Die Reise begann mit der Ankunft am Flughafen Marseille Provence. Bereits während des Landeanflugs erhaschten wir einen traumhaften, vielversprechenden Blick auf das tiefblaue Meer, weiße Strände, sonnige kleine Inseln und Grün, so weit das Auge reichte.

Ein absolutes Muss ist ein Mietwagen! Öffentliche Verkehrsmittel sind dort wenig bis gar nicht vorhanden, und es gibt so vieles zu entdecken, dass man zwingend auf Mobilität angewiesen ist. Schon am Flughafen gibt es diverse Vermieter. Wir entschieden uns für Europcar. Vom Flughafen führten uns anderthalb Stunden durch grünes, viel naturbelassenes Gebiet schließlich zu unserem Hotel bei Saintes-Maries-de-la-Mer. Dies war der Ausgangspunkt für unsere Tagesausflüge in einige der wunderschönen, umliegenden Städte.

 

Saintes-Maries-de-la-Mer

Saintes-Maries-de-la-Mer liegt direkt am Meer. Von unserem Hotel aus sind es etwa 15 Minuten Fußweg zum Strand, von einigen anderen Hotels sogar noch weniger. Die Innenstadt ist sehr auf Tourismus ausgelegt, viele Souvenirshops und dann Restaurant an Restaurant mit maritimen Spezialitäten im Angebot. Es schmeckt alles frischer und ist total zu empfehlen!
Unser Hotel und auch einige andere bieten die „Camargue zu Pferd“ an: Ein ein-  bis zweistündiger Ausritt in einer kleinen Gruppe an der Stadt vorbei bis an den Sandstrand hinunter und zurück durch weites, flaches Gebiet. Vorbei an unzähligen Seen voller Flamingos, Reiher und Möwen und an Weiden mit Stieren.

 

Parc Ornithologique de Pont-de-Gau

Nicht weit von Saintes-Maries-de-la-Mer und unserem Hotel entfernt befindet sich der Parc Ornithologique de Pont-de-Gau im Herzen des Naturparks der Camargue. Dort sind für Besucher weite Rundgänge in den natürlichen Lebensraum von Hunderten Flamingos und einer Vielzahl anderer Vögel integriert. Auch Fotografen werden begeistert sein!

 

Le Grau-du-Roi

Mit am besten gefallen hat uns die schöne Küstenstadt Le Grau-du-Roi. Auch hier leben in den umliegenden Teichen rosa Flamingos. Die Stadt hat außerdem einen riesigen Yachthafen – ein tolles Schauspiel ist das Drehen der Brücke, um Fischkuttern und Yachten die Einfahrt ihn den Hafen zu ermöglichen. Die Fischkutter werden von Hunderten Möwen begleitet, die gierig auf den Beifang der Fischer warten.
Die Stadt ist fast vollkommen auf Tourismus ausgelegt und hat sehr hübsche Badestrände. Von dort aus kann man in einiger Entfernung entlang der Küste sogar die modernen weißen Pyramiden-Hochhäuser der Stadt La Grande-Motte erkennen.

 

Arles

Arles ist berühmt für die zahlreichen antiken Denkmale und Bauten, die Teil des Weltkulturerbes sind. Mitten in der Stadt steht ein großes Amphitheater, außerdem gibt es ein antikes Theater und ein Forum. Auch die Stadt selbst hat den typischen mediterranen Charme, verwinkelte, enge Gassen, Treppen und alte Häuser.
Van Gogh lebte über ein Jahr in Arles und malte in dieser Zeit sehr viele Bilder. Unter anderem die Brücke von Langlois, die Sternennacht über der Rhone und viele weitere, die Teile von Arles zeigen oder deren Inspiration er in dieser Stadt fand. Die Brücke steht heute noch dort und heißt nun auch Van Gogh Brücke.

 

Roussillon

Dieser einzigartige Ort wurde von den Römern vicus russulus (rotes Dorf) genannt und zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs!  Die Farbe der Erde, der Felsen und der Häuser reicht von einem tiefen, dunklen Orangerot über Ocker und Gelb bis zu Weiß.  Der Anblick ist erstaunlich. Die kleine Touristenstadt liegt auf einem Berg direkt an einem Felsenkliff. Es bietet sich ein atemberaubender Panoramablick über den Naturpark Luberon. Gleich hinter der Stadt kann man auf zwei Pfaden die Ockerfelsen durchlaufen (aber Achtung, Ocker wird dort zur Farbherstellung abgebaut und kann Schuhe und Kleidung einfärben).

 

Nîmes

Wie in vielen Städten im Süden Frankreichs findet man auch in Nîmes erstaunlich gut erhaltene römische Bauten. Beispielsweise eine Kathedrale, ebenfalls ein Amphitheater und den Tempel der Diane, der sich in den Jardins de la Fontaine befindet. Der Garten lädt zum Verweilen ein, nachdem man durch die hübsche historische Altstadt spaziert ist.

 

Le Pont du Gard

Der Pont du Gard ist das wohl berühmteste römische Aquädukt und wirklich eindrucksvoll. Darunter verläuft der Gardon, in dem man an einem der heißen Tage entlang der Felsenwände schwimmen kann. Der Fluss ist naturbelassen und bietet einen malerischen Anblick!
Wer nicht lange in der Gegend ist, kann Nîmes, den Pont du Gard und Avignon wunderbar in einem Tagesausflug verbinden. Das Aquädukt liegt etwa auf halbem Weg zwischen den beiden Städten.

 

Avignon

Avignon ist eine wirklich wunderschöne Stadt (ich hab das Gefühl, mich zu wiederholen – aber es ist wahr!), die manche von euch vielleicht aus dem Lied „Sur le pont d’Avignon“ kennen, das ich als kleines Kind oft vorgesungen bekommen habe. In der Stadt steht tatsächlich mitten in die Rhone hineinragend eine halbe Brücke, die man gegen Eintritt auch begehen kann. Sehr beachtlich ist auch der Papstpalast ganz in der Nähe. Er ist fast schon unwirklich groß und steht neben der Kathedrale von Avignon. Ein paar Treppen hoch und man hat einen tollen Ausblick in Richtung der Rhone.
Auf dem Weg durch die Stadt landet man immer wieder auf kleinen Plätzen voller einladender Cafés und Restaurants.

 

Salin-de-Giraud

Auf dem Weg von Saintes-Maries-de-la-Mer nach Salin-de-Giraud hielten wir unterwegs bei einem kleinen Gut, das für mich den Inbegriff der Provence darstellte. Mauern aus hellem Sandstein, ein hübscher Hof und hohe Zypressen hinter einem großen eisernen Tor. Direkt gegenüber eine Weide, auf der im Schatten tiefschwarze Stiere liegen.
Bei Salin-de-Giraud liegen viele Salzbecken. Nach einer Weile fanden wir den Aussichtspunkt, nach dem wir gesucht hatten („Salt Pan Oberservation mound“ bei Google Maps) – von dort aus hat man einen weiten, offenen Blick aufs Meer. Das Besondere: Das Meer ist lila! An dieser Stelle kommt nämlich eine Algenart sehr häufig vor, die den Farbstoff Beta-Carotin enthält.

4 thoughts on “Reisetipps: Südfrankreich – Ein Trip durch die Camargue

  1. Bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gekommen – Hat sich wirklich gelohnt! ♥ Ich habe als Kind ein paar Jahre in dieser Gegend Frankreichs gelebt und liebe das Wetter. Gerade in Camargue ist die Landschaft teilweise noch so „unberührt“, was durch die freilaufenden Pferde noch verstärkt wird.
    Liebste Grüße
    Carmen ♥

    1. Ich freue mich total, das zu lesen, liebe Carmen! Ich war nur eine Woche dort, und doch hat die Gegend definitiv etwas Bleibendes hinterlassen. Genau diese Unberührtheit der Natur, die etwas andere Vegetation und vor allem die überwältigende Vielzahl an frei lebenden Tieren dort hat etwas an sich, das einen so sehr zur Ruhe kommen lässt. Ich werde bestimmt nicht das letzte Mal dort gewesen sein! 🙂
      Dass dir mein Blog gefällt, finde ich toll! 😍

  2. Ein toller Urlaub und bezaubernde Bilder! Wenn es in Wirklichkeit auch nur halb so schön war wie auf diesen erstklassigen Fotos, dann wäre ich wirklich gerne dabei gewesen 🙂

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